Analysen

Trumps Auto-Zölle: Diese deutschen Hersteller produzieren bereits in den USA

Chance im Zollstreit? Deutsche Autobauer produzieren bereits viele Fahrzeuge in den USA.

Die von US-Präsident Donald Trump bereits angedrohten Auto-Zölle werden realität: Zum 03.04.2025 erheben die USA einen Importzoll von 25% (aktuell noch 2,5%) für Pkw-Importe. Auch zahlreiche Komponenten fallen unter diese neue Regelung der Auto-Zölle. Die EU erhebt bisher übrigens einen Importzoll von 10% auf Pkw-Einfuhren aus den USA.

Für Deutschland sind die USA ein besonders wichtiger Exportmarkt und die stark erhöhten Zölle werden tiefe Spuren in den Bilanzen der Hersteller und Zulieferer hinterlassen. Die Eskalation im Zollstreit kommt zur Unzeit, da sich alle deutschen Hersteller gerade ohnehin schon mit Absatzproblemen in China und der kostenintensiven Elektrowende beschäftigen müssen.

In diesem Beitrag geht es um die deutschen Hersteller, die heute schon in den USA produzieren und dadurch im Zollstreit eventuell einen Vorteil haben. Einge tiefere Analyse zum Fahrzeughandel zwischen der EU und den USA, sowie ein Beispiel für den Effekt von Zöllen auf Fahrzeugpreise gibt es hier.

Hier produzieren Deutschlands Autobauer in den USA – Vorteil für Trumps Auto-Zölle?

Allerdings produzieren alle drei großen Hersteller, also die Volkswagen Group, BMW Group und Mercedes-Benz Group einige ihrer Pkw-Modelle in den USA, was die Effekte der neuen Zölle abmildern könnte. Die folgende Grafik zeigt die Standorte der Werke und die dort produzierten Baureihen.

Aus der Darstellung wird deutlich, dass zwar einige aber natürlich nicht alle in den USA angebotenen Modelle dort auch produziert werden. Zudem gibt es keinerlei US-Produktion von Fahrzeugen der Marken Audi, Porsche oder MINI. Auch die Luxus- und Supersport-Marken der deutschen Konzerne – zum Beispiel Rolls Royce (BMW Group) oder Lamborghini (Volkswagen Group) – findet außerhalb der US-Landesgrenzen statt.

Zahlen, Daten, Fakten: Deutsche Autobauer und ihre US-Produktion

Die Volkswagen Group deckt etwa 20% der US-Verkäufe durch lokale Produktion.

  • Die USA sind der drittwichtigste Markt der Gruppe mit etwa 658k Verkäufen in 2024.
  • 58% davon entfallen auf VW, 30% auf Audi und 12% auf Porsche.
  • Nur die Kernmarke VW produziert in den USA.
  • Für die Marke Scout ist zudem ein neues Werk in South Carolina geplant.

Die BMW Group produziert fast 50% der US-Verkäufe vor Ort.

  • Die USA sind der zweitwichtigste Markt mit 399k Verkäufen in 2024, das sind 16,3% des globalen Absatz.
  • BMW hat 93% Anteil, MINI kommt auf fast 7%.
  • Lokale Produktion der SUV-Baureihen X3 bis X7 sowie XM für den Weltmarkt.
  • BMW ist größter Fahrzeugexporteur der USA mit über 10 Mrd. USD Exportwert in 2024.
  • Zudem ist das Werk in Spartanburg das größte der BMW Group (nach Stückzahl).

Die Mercedes-Benz Group produziert etwa 40% der US-Verkäufe vor Ort.

  • Die USA sind, wie bei BMW, zweitwichtigster Einzelmarkt mit fast 325k Einheiten und einem Anteil von 16,4% an Gesamtverkäufen 2024.
  • Im Werk in Tuscaloosa werden die Baureihen GLE, GLS sowie EQE SUV und EQS SUV auch für den lokalen Markt und den Export produziert.

Übersicht der US-Produktion je Hersteller

HerstellerStandortProduzierte BaureihenStückzahl (gesamt)
BMW GroupSpartanburg
South Carolina
BMW X3, X4, X5, X6, X7 und XM396.000 in 2024
Mercedes-Benz GroupTuscaloosa
Alabama
MB GLE, GLS, EQE SUV und EQS SUV260.000 in 2024
Volkswagen GroupChattanooga
Tennessee
VW Atlas und ID.4190.000 in 2023*
Basierend auf Herstellerangaben; *geschätzt

Laut VDA exportieren die drei deutschen Hersteller etwa 50% ihrer US-Produktion und sind damit natürlich auch ein starker Faktor in der US-Außenhandelsbilanz. Genützt hat das alles nichts, weil Donald Trump nun mal der Meinung ist, dass die Amerikaner zu viele deutsche Autos kaufen und die Europäer zu wenig US-Fahrzeuge. Angebot und Nachfrage oder marktgerechte Produktpaletten spielen hier offenbar keine Rolle.

Zusammenfassung

Die lokale Produktion der drei deutschen Marken VW, BMW und Mercedes-Benz leider nur bedingt ein Vorteil. Es bedeutet zwar, dass ein Teil der Fahrzeuge ohne hohe Zollaufschläge auskommt, allerdings leiden die US-Exporte unter möglichen Gegenzöllen. Zudem gilt für alle Hersteller, dass sie zwischen 20% (Volkswagen) und 50% (BMW) ihrer Verkäufe aus lokaler Produktion abdecken. Der Großteil der Verkäufe entfällt also auf importierte Modelle, die im Preis deutlich steigen werden.

Viele dieser Importfahrzeuge kommen aus Deutschland, was bedeutet, dass die deutschen Werke und Zulieferer besonders unter den erwartbar rückläufigen Verkäufen in den USA leiden werden. Für Trumps Auto-Zölle gilt also, was für fast alle Zölle gilt: Es gibt nur Verlierer.

Titelbild: (c) BWM Group

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